RMC Mittelbaden e.V. Nr. 81 WIR Auch bei einer gemeinsamen Fahrt durch den Ort mit einigen Gleichgesinnten, die sich am Wochenende in Au am Rhein trafen, zogen sie die Blicke auf sich. Für Jonny Koffler aus Au, der bei dem Treffen ebenfalls dabei war, ist das dreirädrige Mobil auch Transportmittel für seine Brieftauben: „Ich habe sie damit schon nach Wintersdorf, Karlsruhe und Ettlingen gebracht.“ Busch ist gelernter Modellbauer, ein Tüftler, der eine ganz besondere Alternative zu einem echten Wohnmobil schaffen wollte. Das gesamte Fahrzeug ist drei Meter lang und 1,20 Meter breit. Es verfügt über drei PS und einen Hubraum von 50 Kubikzentimetern. Busch baute Seitenfenster ein, Navi und Rückfahrkamera. Eine Solaranlage sorgt für Strom. „Die Matratze habe ich extra in Thailand bestellt, denn sie ist aus einem speziellen biologischen Material hergestellt“, erklärt Busch und begründet diesen Luxus postwendend: „Wenn ich mich beim Fahren dieses Autos schon so anstrengen muss, will ich darin wenigstens gut schlafen.“ Zur Ausrüstung gehören außerdem ein Vorzelt, Sonnensegel, Radio, Lüftung und elektrisch gedämpfte Beleuchtung im entsprechend isolierten Innenraum. In eine eingebaute Schrankwand passen zudem zwei Reisekoffer. Sogar ein funktionsfähiger Fernseher ist in dem Mini-Wohnmobil integriert. Busch sieht das dreirädrige Kultfahrzeug mit nur zwei Quadratmetern Ladefläche deshalb als „wahres Meisterwerk der Raumnutzung“. Er und seine Freunde verweisen nicht zuletzt auf die vergleichsweise geringen Kosten für das Gefährt: „Es werden 38 Euro Versicherung fällig, man benötigt keinen TÜV, hat fast freie Hand beim Umbau und es ist eine Zuladung von 160 Kilogramm Gewicht erlaubt.“ Im Übrigen sei die Piaggio Ape schon mit einem Rollerführerschein zu steuern. Das große Ziel der drei Freunde ist eine Reise mit den Kultfahrzeugen über die Alpen hinweg nach Italien – mit drei PS und etwa 15 Stundenkilometern. Eine Tankfüllung soll für etwa 200 Kilometer reichen. Genaue Planungen dafür gibt es noch nicht, zunächst sollen Ausfahrten in die nähere Umgebung folgen. Busch selbst fuhr, so erzählt er, jüngst etwa mit einer Geschwindigkeit von zehn Stundenkilometern zum Kaiserstuhl – und stellte sein Gefährt kurzerhand zwischen den Weinreben ab. „Ich nehme auch eine Kühlbox mit, die für uns zu dritt reicht“, lässt Dahlinger im Blick auf die geplanten gemeinsamen Ausfahrten wissen. Fiume hat derweil eine mobile Toilette mit an Bord. „Dieser Minimalismus macht den besonderen Reiz aus“, sind sich die Freunde einig. Präsentieren wollen Busch, Dahlinger und Fiume ihre Wohnmobile im Miniaturformat am 4. und 5. Juli im Gaggenauer Unimog-Museum. „Dort heißt das Motto „Unimog meets Vespa.“ In Au am Rhein soll das Piaggio Ape-Treffen nach dem Wunsch von Busch und seinen Freunden einen festen Platz im Veranstaltungskalender erhalten – „möglichst noch in größerem Rahmen“, wie sie sich wünschen. 31
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